Avatar

Bakterien im Urin, aber keine Beschwerden

Kategorie: Special-harninkontinenz.de » Expertenrat Harninkontinenz | Expertenfrage

10.11.2006 | 01:35 Uhr

Hallo!

Seit etwa 2-3 Jahren leide ich an wiederkehrenden Harnwegsinfekten und war auch schon bei drei verschiedenen Urologen in Behandlung. Es wurden Ultraschall und Urinuntersuchungen gemacht. Habe jetzt eine dreimonatige Therapie mit Urotablinen hinter mir. Letzte Woche war ich noch beim Urologen zur Kontrolle, da war der Urin ohne Befund.

Vor ein paar Tagen ist mir aufgefallen, dass der Urin morgens riecht. Ich habe einen Combur-Test gemacht und Nitrit hat angeschlagen, die anderen Felder nicht. Beschwerden habe ich sonst auch keine.

Ist das jetzt behandlungsbedürftig? Ich möchte eigentlich aus diesem Antibiotika-Teufelskreis ausbrechen. Ich nehme derzeit Cranberry-Pulver und Aqualibra zur Vorbeugung ein.

Würde ich jetzt - wie gewöhnlich - abends zum Urintest gehen, wäre es wieder ohne Befund...

Gibt es eigentlich auch einen Zusammenhang zwischen der Hormonerkrankung PCO (eingehend mit einer Pre-Diabetes und Insulinresistenz) und diesen ständigen Harnwegsinfekten? Ich werde medikamentös mit Metformin behandelt - im Beipackzettel steht, dass man bei einem HWI den Arzt informieren soll. Das macht mir etwas Sorge. Ist das bereits ein Infekt, wenn nur der Nitritnachweis da ist?

Danke schonmal für Ihre Unterstützung!

Helfen Sie mit Ihrer Bewertung: Ja, dieses Thema ist hilfreich!

8
Bisherige Antworten
Experte-Schikore
Beitrag melden
10.11.2006, 10:25 Uhr
Antwort von Experte-Schikore

Hallo Carina,

von Teststäbchen im Selbstversuch halte ich nicht viel. Warum sollte morgens ein Urin krankhaft sein und abends nicht mehr? Und das ganze ohne eine Therapie. Wenn dem so ist, müßte man ja auch nichts behandeln.

Wenn Sie unter wiederholten Harnwegsinfekten leiden, sollten Sie sich schon in urologische Behandlung begeben. Zumal Sie als Diabetikerin prinzipiell schlechtere und langwierigere Heilungsergebnisse haben.

Ich würde auch darauf achten, dass in Ihrem Fall der Urin mittels Katheter abgenommen wird, um exakte Ergebnisse zu bekommen und ggf. eine Langzeitbehandlung mit einem Antibiotikum in geringer Dosierung.

Haben Sie einmal beobachtet in welchem Zusammenhang die Harnwegsinfektionen auftreten (Periode, GV, etc)?

Viele Grüße

Dr. Rainer Schikore

Avatar
Beitrag melden
11.11.2006, 08:48 Uhr
Antwort

Danke, Herr Dr. Schikore, für Ihre Antwort.

Kann es nicht sein, dass der Urin morgens einfach viel stärker konzentriert ist, und deswegen Nitrit enthält? Während tagsüber die Blase gut durchspült ist, und der Teststreifen beim Arzt deswegen nicht anschlägt?

Diabetes habe ich ja (noch) nicht, sondern bislang nur Insulinresistenz und eine gestörte Glucosetoleranz.

Ich bekomme einen HWI fast immer nach der Periode (nehme die Pille im 3-monatigen-Langzeitzyklus).

Eine Langzeitbehandlung (3 Monate) hatte ich ja bereits mit Uro-Tablinen.

Der Urologe meinte, wenn das nicht anschlägt, müsse die Blase gespiegelt werden und davor hab ich panische Angst.

Die erste Urologin vermutete ja einen psychischen Hintergrund, da ich auch an einer Angstsymptomatik leide. Meine Hausärztin meinte auch schon, sie möchte mir am liebsten diese Teststäbchen wegnehmen. Aber es macht mich ganz verrückt, wenn es wieder brennt, oder eben der Urin merkwürdig riecht.