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Bettnässen seit 7 Jahren + gelegentlicher Tropfenverlust am Tag

Kategorie: Special-harninkontinenz.de » Expertenrat Harninkontinenz | Expertenfrage

23.07.2020 | 23:07 Uhr

Guten Tag,

 

Ich bin 35 jahre alt und nässe seit gut 7 Jahren nachts ein. Anfangs war dies nur gelegentich, mittlerweile 6x/Woche. Vorher hatte ich wenige Unfälle pro Jahr (3-5x), die ich als fast normal gewertet habe. Als Kind war ich mit ca. 7-8 Jahren nachts nahezu trocken mit anfangs gelegentlichen Unfälle, später dann die wenigen 3-5 pro Jahr wie oben erwähnt.

Am Anfang des Bettnässens habe ich Windeln unregelmäßig getragen, immer dann wenn es häufiger vorkam oder im Urlaub o.ä. Vor knapp 2 Jahren habe ich angefangen jede Nacht Windeln zu tragen, da meine Schlafqualität durch die Angst vor dem Einnässen schlecht war. Meine große Sorge war meine Frau nass zu machen. Seitdem ich jede Nacht welche trage sind meine Schlaf- und Lebensqualität  deutlich gestiegen, allerdings hat sich die Anzahl an nassen Nächte verdoppelt. Kann es sein, dass durch das Tragen von Windeln an sich, das Bettnässen sich verschlimmert? Ich schlafe deutich besser, aber es scheint das Problem zu triggern. Eine Rolle wird bestimmt ebenfalls spielen, dass ich seit dem regelmäßigen Tragen von Windeln, mich im Trinkverhalten nicht mehr einschränke...ich habe einfach keine Lust mehr, mich wegen meines Problemes einzuschränken und komme mittlerweile mit den Windeln sehr gut zu Recht...gibt zwar schöneres, es ist aber wirklich viel besser als nass zu werden.

Ich habe vor 1,5 Jahren mit meinem Hausarzt über das Problem gesprochen. Er sieht keine körperliche Ursache. Allerdings habe ich seit gut einem Jahr immer häufigeren Harndrang. Ich hatte noch nie eine gute Ausdauer aber es wird doch schlimmer. Ca. 1-2x/Woche verliere ich wenige Tropfen Urin (maximal münzgroßer Fleck, nie mehr). Der Harndrang ist an sich stark ausgeprägt, aber ich schafe es immer zur Toilette. Wenn ich nicht viel trinke kann ich locker 6 Stunden warten, wenn ich mehr trinke maximal 2 Stunden.

Deshalb folgende Fragen: 1) Kann das Tragen von Windeln (auch weil ich mich sicher fühle und deswegen gut schlafe) das Bettnässen wirklich verschlimmern? 2) Wenn dies der Fall ist, sollte ich versuchen wieder auf Windeln zu verzichten und meine Trinkmenge abends zu drosseln um die Anzahl an trockenen Nächte zu erhöhen,oder ist es nicht sinnvoll? 3) Gibt es einen Zusammenhang zwische das Bettnässen und den Harndrang tagsüber? 4) ist eine ernshafte Besserung des Bettnässen durch eine Vorstellung beim Urologen zu erwarten?...mein Hausarzt ist da eher skeptisch, wobei er noch nichts von dem Harndrang weiß.

Ich danke Ihnen für ihre Unterstützung, mit freundlichen Grüßen

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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28.07.2020, 22:52 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

verzeihen Sie bitte die verspätete Antwort. Wir wollen gerne versuchen, Ihnen weiterzuhelfen.
Tatsächlich kann das regelhafte Tragen von Windeln und dazu führen, dass Sie öfters einnässen. Durch die Windeln gibt es ja praktisch keine "negative Konsequenz" mehr aus dem Einnässen, weshalb die Hemmung praktisch reduziert wird.
Falls Sie darunter leiden, dass Sie nachts einnässen und eine Behandlung wünschen, wäre das richtige Vorgehen, vorerst den Urologen aufzusuchen. Für eine verhaltenstherapeutische Behandlung muss jede körperliche Ursache ausgeschlossen werden, soweit möglich. Wenn dann eine therapeutische Behandlung in Frage kommt, sollten Sie sich an einen Psyschiater oder Psychotherapeuten wenden. Bei Kindern verwendet man dazu eine sogenannte "Klingelhose", also eine Einlage in der Hose, die Sie aufweckt, wenn Sie einnässen. Am Tag darauf bewerten Sie dann die Nacht. Entscheidend ist dabei dann vor allem, dass Sie sich täglich mit dem Problem konfrontieren. Wie gesagt, dazu sollte aber erst alles körperliche möglichst ausgeschlossen sein.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam