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immer noch ständigen Harndrang

Kategorie: Special-harninkontinenz.de » Expertenrat Harninkontinenz | Expertenfrage

16.01.2007 | 08:09 Uhr

Hallo Herr Doktor Umbreit,

ich bin 48.
Ich habe ihnen schon am 11.1. Fragen gestellt bezüglich meiner Reizblase. Ich weiss nicht, ob Sie sich erinnern können.
Ich hatte doch die Vermutung, dass Opipramol für die ständige Wasserlasserei zuständig wäre. Jetzt habe ich mit meinem Neurologen vereinbart, das Antidepressiva wegzulassen. Wenn es dann nicht besser wird, soll ich nochmal kommen.
ich habe den Bericht von Kiara an Sie gelesen, und war verblüfft, dass bei Ihr der Harndrang durch das AD besser geworden ist, gut, es ist ein ganz anderes AD.

Was ich eigentlich fragen wollte, ich nehme doch seit ca. 1 1/2 Wochen doch Oxybutynin 5mg, 1 Tabl. morgens und 1 abends. Ich merke noch gar keinen grossen Unterschied zu vorher. Sie schrieben, es dauert eine Weile, bis das Medikament wirkt. Wie lange kann es denn ungefähr dauern? Im Internet habe ich was gelesen, das man bei diesen Mitteln erst nach vier bis acht Wochen merken kann, ob sie wirken, stimmt das?
ich weiss, durch mein Miktionsprotokoll, dass ich zu wenig trinke. Ich habe fast alle halbe, mal ganze, mal 1 1/2 Stunde, Wasserlassen müssen. Immer nur zwischen, je nach Abstand, ca. 30 ml bis höchstens 100 ml. Der Urologe sagte, daran sieht er auch, dass die Speicherkapazität der Blase nicht gross sei. Woran kann dieses liegen? Am 24.1. habe ich erst eine Blasenspiegelung.
Immer, wenn ich mehr trinke, habe ich das Gefühl, das läuft gleich wieder durch, den Zusammenhang verstehe ich nicht? Gibt es überhaupt einen Weg zur Besserung? Im Moment kann ich an Nichts anderes mehr denken!

Vielen Dank im voraus
Meggy

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Bisherige Antworten
Experte-Schikore
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18.01.2007, 09:03 Uhr
Antwort von Experte-Schikore

Hallo Meggy,

Ihre Frage ist bei mir gelandet, da Sie vermutlich nicht auf die Antwort von Herrn Umbreit geantwortet, sondern ein neues Thema gestartet haben.

Nachdem ich mir die früheren Fragen durchgelesen habe, beschäftigt mich zunächst eine Sache: wie oft müßen sie nachts zur Toilette?

Nächste Frage: Sie sagen, dass Ihre Probleme mit dem Antidepressivum anfingen. War denn vorher das Wasserlassen in Ordnung? War die Speicherkapazität auch so gering?

Was ist denn die Ursache, dass Sie neuerdings ein Antidepressivum nehmen müssen?

Viele Grüße

Dr. Rainer Schikore

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18.01.2007, 11:18 Uhr
Antwort

Hallo,

vielen dank für Ihre Antwort.

Ich muss nachts ich auch zwei bis dreimal zur Toilette, im Abstand von ca. 1-2 Std.
Ich leide seit einiger Zeit unter vielen Ängsten, und habe so zu sagen Angst vor der Angst. Ich weiss nicht, ob es die Wechseljahre sind, oder die ganzen schlimmen Ereignisse in der Familie, die passiert sind, einige Todesfälle nicht verarbeitet.
Heute z.B., hatte ich eine Augen-OP, grauer Star, hatte morgens auch 1 Oxybutynin 5mg genommen. Vorher habe ich trotzdem vor Aufregung ein bis zweimal Wasser lassen müssen, alle halbe Std. Nach der OP, als ich zu Hause war, musste ich laufend zur Toilette rennen, alle 5-10 Minuten, es kam immer so ca. 50 ml Urin. Obwohl ich kaum getrunken habe. Wo kommt das ganze Wasser her?

Ja, mein Verdacht war oder ist es, seit ich das AD nehme, muss ich häufiger Wasserlassen, ca. eine Woche danach, ist mir es aufgefallen. Ich habe es runterdosiert, auf Anweisung des Neurologen, und gestern ganz weggelassen, aber der Harndrang bleibt bestehen. Liegt es jetzt doch nicht daran...
Kann es sein, dass das viele Wasserlassen nicht sofort weg ist, wenn man die Opipramol ganz weglässt, oder geht das nicht gleich, dauert das auch ein bisschen, wie es gekommen ist?

Ich hoffe, Sie sind durchgestiegen, bin schon ganz genervt.

Achja, komisch finde ich es auch, das keine Bakterien oder Pilze gefunden wurden, denn manchmal brennt es nicht während, sondern NACH dem Wasserlassen und das hält länger an.
Oxybutynin nehme ich jetzt ca, zwei Wochen und da tut sich so recht auch nix. Mein Urologe meinte, das kann auch dauern.

Mit frdl. Gruss
Meggy

Experte-Schikore
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19.01.2007, 04:31 Uhr
Antwort von Experte-Schikore

Hallo Meggy,

Sie haben kein organisches Problem sondern ein psychosomatisches.
Aufgrund der beschriebenen Probleme sollten Sie sich in psychosomatische Behandlung begeben.
Medikamente, vor allem urologische, können die Symptome zwar mildern, aber nicht beheben, da das Grundproblem nicht beseitigt ist.

Viele Grüße

Dr. Rainer Schikore

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20.01.2007, 06:47 Uhr
Antwort

Hallo Herr Dr. Schikore,

danke für Ihre Antwort, ich habe mir auch schon sowas gedacht, das mein vegetatives Nervensystem überreagiert. Ich werde meinen Neurologen aufsuchen, um es mit ihm abzuklären. Trotzdem habe ich am 24.1. einen Termin zu einer Blasenspiegelung, den ich wahrnehme, sicherheitshalber.
Am 25.1. habe ich bei meinem Augenarzt, der macht auch Störfelddiagnostik und Akupunktur, einen Termin. Ich habe einen Zahn unter Eiter, genau dieser Zahn hängt mit der Blase zusammen, es könnte die Ursache sein. Mal sehen, ob sich da was machen lässt.
Das weiss ich erst seit gestern.

Liebe Grüsse
Meggy

Experte-Schikore
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20.01.2007, 07:05 Uhr
Antwort von Experte-Schikore

Hallo Meggy,

zum Ausschluß einer krankhaften Blasenveränderung ist es sicherlich beruhigend eine Spiegelung durchführen zu lassen.

Zum Rest kann und möchte ich mich nicht äußern.

Viele Grüße

Dr. Rainer Schikore

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20.01.2007, 08:13 Uhr
Antwort

Hallo,

trotzdem danke.

Kann es denn trotzdem sein, das man nach einer Oxybutynin genau das Gegenteil erreicht?? Ich meine, ich habe gestern abend, meine Blase war eigentlich beruhigt, eine Tablette nach Vorschrift genommen, nach ca. zwei Std.hatte ich das Gefühl, ich musste danach nur noch zur Toilette rennen, es hatte sich wieder verschlimmert.

LG
Meggy

Experte-Schikore
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21.01.2007, 08:38 Uhr
Antwort von Experte-Schikore

Hallo Meggy,

ein Medikament kann nur dann wirken, wenn es entsprechend eingesetzt wird. Da Ihre Probleme, wie schon angedeutet, nicht organischer Art sind, können Sie soviel davon schlucken, wie Sie wollen.

Sie achten eigentlich nur noch auf Ihre Blase und lassen Ihren restlichen Tagesablauf davon beeinflussen. Was passiert eigentlich, wenn Sie abgelenkt sind bzw. positive Erlebnisse am Tag haben? Müssen Sie dann auch so häufig zur Toilette?

Viele Grüße

Dr. Rainer Schikore

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22.01.2007, 12:04 Uhr
Antwort

Hallo Dr. Schikore,


wenn ich abgelenkt bin, geht es etwas besser. Mir ist aufgefallen, wenn ich mal eine Oxybutynin weglasse, ist es ebenfalls manchmal nicht so schlimm. Ich habe schon gedacht, ob es psychosomatisch ist.
Werde zum Neurologen gehen, und ihm um Rat fragen.

LG
Meggy

Experte-Schikore
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23.01.2007, 01:41 Uhr
Antwort von Experte-Schikore

Hallo Meggy,

lassen Sie die Oxybutynin ruhig weg. Sie werden keinen Unterschied merken, da die Beschwerden mehr oder weniger stark auftreten, je nach psychischer Belastung.

Viele Grüße

Dr. Rainer Schikore

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23.01.2007, 08:18 Uhr
Antwort

Hallo Herr Doktor,


vielen Dank für den Tip, ich habe es auch schon gemerkt, die Nebenwirkungen der Oxybutynin stehen mehr im Vordergrund, als die Wirkung. Mein Neurologe hat mir heute Fluoxetin 20 verschrieben, die mein Zwangsdenken, Blase/Toilette, etwas dämmen sollen. Merke auch, bin seit Tagen aufgeregt, wegen meiner Blasenspiegelung Morgen, da wurde es auch schlimmer.

Viele Grüsse
Meggy

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24.01.2007, 10:53 Uhr
Antwort

Hallo Herr Doktor Schikore,


habe heute eine Blasenspiegelung hinter mich gebracht, die Blase ist in Ordnung, keine Entzündung. Die Spiegelung an sich, war gar nicht so schlimm, etwas unangenehm, aber auszuhalten. Aber ne halbe Stunde später NACH, NICHT WÄHREND des ersten Wasserlassens, fing es wie verrückt an zu brennen, und es hält auch an. Ist das normal? Ich kann auch gar nicht unterscheiden, ob es Harndrang, oder nur Brennen, oder beides ist? Geht das vorbei? Ich weiss, das viel Trinken jetzt auch wichtig ist.

Viele Grüsse
Meggy

Experte-Schikore
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25.01.2007, 07:19 Uhr
Antwort von Experte-Schikore

Hallo Meggy,

warten Sie doch einfach mal ab, ist alles nicht so schlimm, wie man denkt.

Viele Grüße

Dr. Rainer Schikore

Experte-Schikore
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25.01.2007, 07:23 Uhr
Antwort von Experte-Schikore

Hallo Meggy,

also brauchen Sie vor der nächsten Blasenspiegelung (falls mal wieder erforderlich) keine Angst zu haben.

Natürlich kann es hinterher unangenehm sein. Sollten sich die Beschwerden allerdings nicht bessern, so wäre meiner Ansicht nach eine Katheterurinkontrolle indiziert, um einen Harnwegsinfekt auszuschliessen, der trotz Desinfektion Folge einer Blasenspiegelung sein kann.

Viele Grüße

Dr. Rainer Schikore